Müll vermeiden

Müll vermeiden: 16 praktische Tipps, um weniger wegzuwerfen

Wir produzieren zu viel Müll. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahre 2015 versucht jeder Deutsche pro Jahr sage und schreibe 614 kg, was deutlich über dem internationalen Durchschnitt von 483 kg liegt. In diesem Artikel geben wir euch 16 praktische Tipps, mit denen ihr im Alltag Müll vermeiden könnt.

1. Einkaufskorb oder eigene Tragetasche verwenden

Um Müll zu vermeiden, sollte man beim Einkaufen immer einen Einkaufskorb oder eine eigene Tragetasche mitnehmen. Plastiktüten lösen sich erstens einen nur sehr langsam auf und verschmutzen die Umwelt damit enorm, zweitens stellen Sie ein großes Risiko für Tiere dar, die sich darin verfangen können und drittens werden für die Herstellung von Plastiktüten unnötig Rohstoffe und Energie verbraucht.

2. Obst und Gemüse ohne Plastikverpackung kaufen

Obst und Gemüse, wie z. B. Gurken, Tomaten, Salat oder Äpfel, sind oft in Plastik verpackt. Dies ist unnötig, da Mutter Natur ihren Früchte schon eine ordentliche Verpackung bereitstellt und sich durch eine zusätzliche Plastikverpackung Obst und Gemüse in der Regel nicht sehr viel länger halten.

3. Getränke in Mehrwegflaschen kaufen

Einmal trinken und dann wegschmeißen – das ist das Prinzip von Einwegflaschen, durch welches eine große Menge an Verpackungsmüll entsteht. Zwar wird dieser dank des Pfandsystems oft wiederverwertet, Mehrwegflaschen haben trotz nötiger Reinigung für die erneute Verwendung dennoch eine bessere Ökobilanz.

4. Müll trennen

Wer seinen Müll ordnungsgemäß und sorgfältig trennt, sorgt dafür, dass ein größerer Anteil des Mülls wiederverwertet werden kann, wodurch weniger Rohstoffe für die erneute Verpackungsproduktion verwendet werden müssen und weniger neuer Verpackungsmüll entsteht. Welcher Müll in welche Tonne kommt, kann man beim örtlichen Abfallentsorgungsunternehmen erfahren.

Insbesondere Glas kann sehr gut recycelt werden. Annähernd 100% des anfallenden Glasmülls können für die Herstellung neuen Glases wiederverwendet werden. Zu beachten ist dabei, das Glas korrekt in den Braun-, Grün- und Weißglascontainer einzusortieren, denn die Farbtrennung ist wichtig für den Recyclingprozess. Eine grüne Bierflasche führt z. B. zu ungewollten Farbstichen im Schmelzprozess für farbloses Glas. Die Zugabe von Weißglas zu einer Schmelze für buntes Glas kann wiederum zu Glasfehlern oder unerwünschten Farbänderungen des späteren Glas-Endprodukts führen.

5. Bio-Tonne oder eigener Komposthaufen

Um den Hausmüll zu reduzieren, empfiehlt sich das Anlegen eines eigenen Komposthaufens oder für alle, die keinen eigenen Garten haben, die zusätzliche Anschaffung einer Bio-Tonne, mit deren Hilfe ein großer Teil des täglichen anfallenden organischen Abfalls (Kaffeesatz, altes Brot, Gemüseabfälle etc.) wiederverwertet werden kann. Wer einen eigenen Komposthaufen hat, kann den eigenen Biomüll prima als Dünger für Blumen oder selbst angebautes Gemüse verwenden.

6. Leitungswasser trinken

Obwohl man sehr viele Getränke in Mehrwegflaschen kaufen kann und dank der Einführung des Pfandsystems ein Großteil der Einwegflaschen recycelt werden können, wird dafür viel Energie benötigt. Umweltfreundlicher und günstiger ist es, Wasser aus der Leitung zu trinken, welche in Deutschland in der Regel von sehr guter Qualität ist.

7. Nachfüllpackungen verwenden

Für viele Produkte des alltäglichen Lebens kann man Nachfüllpackungen kaufen, wie z. B. für Waschmittel, Reinigungsmittel, Flüssigseife, Gewürze, Trinkschokolade oder auch Zahnbürsten, was weniger Müll verursacht, als wenn man jedes Mal eine komplett neue Packung kauft.

8. Langlebige Produkte kaufen

Um Müll zu vermeiden, empfiehlt es sich, langlebige Produkte zu kaufen, die nicht nur ein oder zwei Jahre, sondern vielleicht 5, 10 oder sogar 20 Jahre halten. Das ist zwar oft mit einem höheren Anschaffungspreis verbunden, dafür spart man sich mitunter viel Ärger und den Aufwand, das Produkt neu kaufen zu müssen. Ein wichtiges Kriterium für die Langlebigkeit eines Produktes ist, dass es sich reparieren lässt und man auch Jahre nach dem Kauf noch Ersatzteile dafür erhalten kann.

9. Reparieren anstatt wegschmeißen

Zwar machen Hersteller heutzutage immer schwieriger Elektrogeräte reparieren, z. B. durch Verwendung nicht austauschbarer Akku oder durch verklebte und verlötete Bauteile. Dennoch ist die Reparatur eines Gerätes oft einfacher als man denkt. Auch Kleidung oder Möbel muss man oft nicht wegwerfen, sondern kann Löcher nähen bzw. abgebrochene Teile wieder anschrauben oder Kratzer mit Farbe abdecken.

10. Snacks ohne Verpackung kaufen

Auch wenn man sich auf dem Weg zur Arbeit ein belegtes Brötchen oder ein Croissant beim Bäcker kauft, kann man Abfall vermeiden. Man muss einfach nur sagen, dass man den Snack für Zwischendurch anstatt in der Tüte auf die Hand haben möchte. Das kostet nicht viel Zeit und erspart die spätere Suche nach einer Entsorgungsmöglichkeit für das Verpackungsmaterial.

11. Akkus statt Batterien verwenden

Akkus sind in Sachen Umweltfreundlichkeit Batterien deutlich überlegen. Denn man kann sie nicht nur einmal benutzen und muss sie dann entsorgen, sondern kann sie mitunter hunderte Mal wieder aufladen, was dementsprechene pro Akku die Umwelt vor dem giftigen Müll von hunderten Batterien schützt.

12. Leihen statt kaufen

Viele Geräte oder Werkzeuge benötigt man nur ab und zu. Zum Beispiel eine Sackkarre, um die Waschmaschine beim Umzug die Treppe herunterzubekommen, oder einen Erdbohrer, um die Zaunpfähle für den neuen Gartenzaun einzusetzen. Da ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch billiger sich benötigte Geräte bei Familie, Freunden, Nachbarn oder Bekannten auszuleihen, anstatt sie neu zu kaufen. Falls niemand aus dem Bekanntenkreis über ein bestimmtes Gerät verfügt, kann man sich auch bei manchen Baumärkten oder darauf spezialisierten Dienstleistern, wie z. B. Boels, Geräte ausleihen.

13. Feiern ohne Wegwerfgeschirr

Bei vielen Feiern und Festen kommt Wegwerfgeschirr, wie z. B. Pappteller und Plastikmesser, zum Einsatz. Das ist zwar praktisch, weil man danach nichts abzuwaschen braucht und kein Geschirr bei der Feier kaputt gehen kann, aber das erzeugt eine Menge Müll. Hier sollte ganz klar die Umwelt und genauso die Gäste Vorrang haben, die es mit Sicherheit bevorzugen, ihren Nudelsalat mit einer richtigen Gabel und von einem Porzellanteller zu essen.

14. Keine Einwegprodukte kaufen

Was für Feiern gilt, gilt natürlich auch für alle anderen Gelegenheiten: Man sollte keine Einwegprodukte kaufen, wenn man Müll vermeiden möchte. Das umfasst Batterien, Einwegfeuerzeuge, Kugelschreiber, Wegwerfwindeln, Coffee-to-go-Becher, Eisbecher, Küchenrolle und vieles mehr.

15. Werbung abbestellen

Mit der Zeit sammeln sich so einige Versandhändler, wie z. B. Otto, Conrad, Pearl und Co. an, bei denen man vor Urzeiten mal etwas bestellt hat, aber dennoch regelmäßig Kataloge zugesendet bekommt, die man einmal anguckt und dann wegschmeißt. Auch für viel Papiermüll und Stau im Briefkasten sorgen die für die zahlreichen Wochenblättern, Flugblättern oder das von der Deutschen Post verteilte Einkaufaktuell. Das kann man vermeiden, indem man die Katalogzusendungen bei den Händlern abbestellt (oft per E-Mail oder im Kundenprofil auf der Website möglich) und den Briefkasten zusätzlich mit einem Aufkleber gegen Postwurfsendungen und ungewollte Werbung versieht.

16. Verkaufen oder verschenken statt wegwerfen

Für vieles, was man selbst nicht mehr braucht, haben andere Leute vielleicht noch Verwendung und wären unter Umständen sogar bereit, dafür noch etwas zu bezahlen. Bevor man etwas wegwirft, lohnt es sich also, Bekannte, Verwandte und Freunde zu fragen, ob sie noch Verwendung für etwas hätten, nicht mehr benötigten Krempel auf dem Flohmarkt zu verkaufen oder bei eBay, Kleinanzeigenportalen oder entsprechenden Facebook-Gruppen zu inserieren. Auch etwas zu verschenken, ist immer noch besser, als es wegzuwerfen, denn dadurch schont man nicht nur die Umwelt, sondern man spart sich auch den Aufwand für die Entsorgung.

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